Bausparen als Geldanlage

Durch Bausparen Geld günstig Anlegen

Bausparen liegt im Trend: Im Jahr 2012 konnten die Bausparkassen so viele Verträge abschließen wie seit 10 Jahren nicht mehr. Dennoch gelten bei einem Bausparvertrag die niedrigen Guthabenzinsen bei einigen Tarifvarianten während der Sparphase als nachteilig. Auf der anderen Seite sind die späteren Darlehenszinsen sehr günstig. Lohnt sich die Geldanlage in einen Bausparvertrag?

Bausparen – Lukrative Geldanlage für junge Leute

Dass Bausparen alles andere als spießig ist, zeigt eine Erhebung von TNS Infratest im Auftrag der deutschen Bausparkassen. Demnach bevorzugen 35 Prozent aller Sparer den Bausparvertrag als klassische Geldanlage. Noch lieber parken sie ihr Geld nur auf dem Giro- oder Sparkonto. In Zeiten niedriger Guthabenzinsen kann sich das Bausparen durchaus lohnen. Im Vergleich zum Sparbrief oder zum Sparplan locken die Bausparkassen mit günstigen Spartarifen. Nach Angaben der Stiftung Warentest können bei einem Rendite-Bausparvertrag Erträge über 3 Prozent erzielt werden. Einige Bausparkassen werben sogar mit Guthabenzinsen von 4 Prozent, auf den ersten Blick ein Top-Angebot im Vergleich zu anderen.

Insbesondere für junge Sparer lohnt sie eine solche Anlage. Bausparer unter 25 Jahren erhalten die staatliche Wohnungsbauprämie, auch wenn sie den Bausparvertrag später nicht zum Immobilienerwerb nutzen. Zusammen mit einem Bonus am Ende der Vertragslaufzeit können junge Leute bei Wahl des passenden Tarifs durchaus Renditen von mehr als 5 Prozent erreichen. Allen Renditeversprechen zum Trotz wollen die Bausparkassen an ihren Verträgen natürlich verdienen. Und so lohnt sich vor Abschluss eines Vertrages ein Blick ins Kleingedruckte: Die Abschlussgebühr beträgt zwischen 0,5 und 1,6 Prozent der Bausparsumme und schmälert die Rendite. In der Regel wird die Gebühr zunächst ins Soll gestellt und mit den ersten Sparleistungen verrechnet. Zusätzlich fallen jährlich Gebühren für die Kontoführung an, mit denen das Sparguthaben ebenfalls belastet wird.

Wie funktioniert Bausparen?

Beim Bausparen wird über einen bestimmten Zeitraum hinweg die Hälfte der Bausparsumme als Guthaben angespart. Die genaue Ansparsumme beim Bausparvertrag ist abhängig vom Anbieter, bei einigen Bausparkassen werden 60 Prozent der Bausparsumme angespart. Während dieser Zeit wird das Guthaben verzinst. Ist das Sparziel erreicht, ist der Vertrag zuteilungsreif. Der Kunde kann sich nun entscheiden, ob er sich nur sein angespartes Guthaben auszahlen lässt oder das Bauspardarlehen in Anspruch nimmt. Er kann die andere Hälfte der Bausparsumme als Kredit beantragen und muss diesen dann zum bereits bei Vertragsabschluss vereinbarten Zinssatz zurückzahlen.

Welcher Tarif ist passend?

Kunden, die renditeorientiert sparen, wählen den Tarif mit der höchsten Guthabenverzinsung. Für diese Sparer steht ohnehin fest, dass sie das Bauspardarlehen nicht in Anspruch nehmen. Sie profitieren von hohen Guthabenzinsen und einem Bonus am Ende der Sparzeit. Wer genau weiß, dass er den Bausparvertrag später verwenden wird um Eigentum zu erwerben oder zu modernisieren, sollte den Tarif mit den niedrigsten Finanzierungszinsen wählen. Großer Vorteil ist in diesen Fällen, dass der Sparer bereits bei Vertragsabschluss weiß, mit welcher Rückzahlungsrate er später rechnen muss.

Die Wahl der passenden Bausparsumme

Wer monatlich einen bestimmten Betrag sparen möchte und sich in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen eine angemessene Verzinsung wünscht, liegt mit einem Bausparvertrag richtig. Darüber hinaus ist das Bausparen eine sehr sichere Geldanlage, wer sein Geld hier anlegt, kann definitiv ruhig schlafen. Entscheidend ist die Wahl der richtigen Bausparsumme. Empfehlenswert ist eine Bausparsumme die in etwa beim zehnfachen der jährlichen Sparrate liegt. Viele Vermittler haben vor allem den eigenen Abschluss vor Augen und setzen die Bausparsumme zu hoch an.

Die Folge ist neben zu hohen Abschlussgebühren eine sehr lange Ansparphase. Werden die Sparraten im Verhältnis zur Bausparsumme zu niedrig angesetzt, so dauert es bis zur Zuteilungsreife des Vertrages extrem lange. Realistisch beim Bausparvertrag sind Sparzeiten zwischen sechs und zehn Jahren. Sparer, die Wohnungsbauprämie erhalten, sind ohnehin an eine Sparzeit von mindestens sieben Jahren gebunden. Im Jahr werden bis zu 45 Euro gezahlt. Die Gewährung der Wohnungsbauprämie ist an ein Jahreseinkommen von maximal 25.600 Euro gekoppelt.

Nachteil: Bausparverträge sind unflexibel

Für Sparer, die zwischendurch auf ihr Guthaben zugreifen möchten, ergeben sich beim Bausparen deutliche Nachteile. In der Regel ist eine Bausparvertrag-Kündigung unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist möglich. Der Kunde bekommt sein angespartes Guthaben zuzüglich Zinsen ausgezahlt. Die bereits bezahlte Anschlussgebühr ist jedoch verloren, denn bei einer vorzeitigen Kündigung wird diese nicht erstattet. Noch teurer wird es für Sparer, die ihr Geld sofort benötigen und auf die Einhaltung der Kündigungsfrist verzichten. Dann stellen die Bausparkassen eine Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung; In der Regel beträgt diese 1 Prozent der Bausparsumme und wird pro Monat gerechnet, die der Vertrag zu früh gekündigt wurde. Sparer, die Wohnungsbauprämie erhalten haben und den Vertrag vor Ablauf der siebenjährigen Bindungsfrist auflösen, müssen dies zurückzahlen. Ein vorzeitiges Auflösen des Vertrages ist also nicht empfehlenswert.

Bausparen als Geldanlage

Fazit: Gerade in Zeiten niedriger Zinsen versprechen Bausparverträge sichere Zinsen. Renditeorientierte Sparer, die vor allem einen hohen Zinssatz im Blick haben, können einen entsprechenden Tarif mit hoher Guthabenverzinsung wählen. Nach Ablauf der Sparzeit wartet in der Regel noch ein attraktiver Bonus. Dabei sollte jedoch bereits bei Vertragsabschluss klar sein, dass das Darlehen später nicht in Anspruch genommen wird. Denn ein hoher Guthabenzins ist immer an einen hohen Darlehenszins gekoppelt.

Doch keine Angst, auch wer heute noch nicht genau weiß, ob er das Darlehen später in Anspruch nimmt, kann zunächst den hohen Guthabenzins wählen. In der Regel bieten die Bausparkassen die Möglichkeit, den Tarif nachträglich zu wechseln. Die bis dahin zuviel gezahlten Zinsen werden in diesem Falle zurückgerechnet. Insbesondere junge Leute unter 25 Jahren, die wenig verdienen, profitieren vom Bausparen. Sie erhalten im Vergleich zu anderen Geldanlagen einen hohen Guthabenzins und kassieren vom Staat Wohnungsbauprämie. Nach Ablauf der siebenjährigen Bindungsfrist können sie das Guthaben frei verwenden, denn das Geld muss nicht für wohnwirtschaftliche Zwecke ausgegeben werde.

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3 comments to Bausparen als Geldanlage

  • Egon  says:

    Netter Artikel um Unerfahrenen Bausparverträge näher zu bringen. Ich selbst habe einen Bausparvertrag, ich weiß zwar nicht ob ich jemals ein eigens Heim besitzen werde, jedoch ist es eine relativ sichere Methode sein Geld anzulegen, welche meistens Vorteile gegenüber anderen Sparverträgen mit sich bringt. Also, ich kann es nur empfehlen, jedoch genaues Erkundigen im Vorfeld ist ein Muss, dabei sollte auch an Übermorgen gedacht werden.

  • Berni Brandt  says:

    Hallo,
    das lohnt sich wirklich. Ich habe auch einen Bausparer und besser als nichts. So viel Zinsen bekommt man nicht das könnten sie echt ändern, aber etwas für die Zukunft

  • Thomas  says:

    Toller Artikel, sehr hilfreich!

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